China, Mutterland des Fußballs!?

Der Ursprung des Fußballsports liegt in China.

So oder ähnlich formulierte es 2004 die FIFA, welche in Person von Joseph Blatter bei einem Besuch in China den Engländern kurzerhand den Status als Mutterland des Fußballs wegnahm.

Um dieser „Tatsache“ Nachdruck zu verleihen, entschloss man sich auf chinesischer Seite dazu, das „Linzi Football Musuem“ zu errichten und Fußballfans weltweit die Möglichkeit zu geben, die Wiege des Fußballs auch persönlich zu begutachten.

Die Stadt Linzi liegt in der Provinz Shandong (100 Millionen Einwohner), circa 130 Kilometer von der Stadt Jinan entfernt, Heimatstadt des Super League Clubs „Shandong Luneng“, dem ehemaligen Verein von Felix Magath in China.

„Cuju“ –  Fußball im alten China 

Das Wort „Cuju“ ist aus der modernen Chinesischen Sprache längst verschwunden, bedeutete aber in der damaligen Zeit so etwas wie „Ball treten“.

Überliefert seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. war „Cuju“ damals in der Han-Dynastie eine beliebte Sportart unter Soldaten. Nachdem sich das Spiel in den kommenden Jahrhunderten auch in der breiten Bevölkerung immer beliebter wurde und sowohl aktiv als auch passiv konsumiert wurde, verschwand der Fußball für lange Zeit.

Grund dafür war die höhere Gewichtung von intellektuellen Künsten gegenüber körperlichen Künsten, zu der das „Cuju“- Spiel damals galt.

Vor diesem Hintergrund ergibt die Behauptung, China sei das Mutterland des Fußballs durchaus Sinn.

Und dann waren es doch die Engländer 

Der moderne Fußball, so wir wir ihn schätzen und lieben gelernt haben, wurde jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Briten in China eingeführt.

Diese hatten zuvor im Jahr 1863 die FA (Football Association) gegründet.

Von den mit vielen europäischen Einwohnern besiedelten Großstädten Chinas verbreitete sich der Sport dann auch ins Landesinnere, konnte sich jedoch aufgrund zahlreicher Kriege und politischer Umwälzungen nie zum Nationalsport Chinas entwickeln.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Regierung, einer großen Masse an Fans, Sympathisanten und aktiven Spielern (und natürlich auch der spielkultur) ist China nun erneut bestrebt, den beliebtesten Sport der Welt bis in alle Ecke des Landes zu verbreiten und zu einer „Fußballnation“ aufzusteigen.